In der Burg Tittmoning wird Mundart lebendig

Eine Veranstaltungsreihe in der Burg Tittmoning beschäftigt sich von Ende August bis Anfang Oktober mit dem Sprachgebrauch in der Region auf beiden Seiten der Salzach. Eröffnet wird am letzten Augustwochenende mit „Drawizlbabuzi“, einer parodistischen Lesung mit Hausmusik von Josef Wittmann und Josef Irgmaier.

Ursprünglich schon im Frühjahr sollte eine Ausstellung in der Burg Tittmoning unter dem Titel „Müch und Mili – ein Wörtermuseum“ Sprachgebrauch, regionale Färbungen und Entwicklungen der Dialekte rechts und links der Salzach im Wandel der Zeit anschaulich machen – als Abschluss des gemeinsamen grenzüberschreitenden Interreg-Projekts „Zeitreise entlang der Salzach“ von Stadt Tittmoning und Marktgemeinde Golling. Ziel dieser Zusammenarbeit über mehrere Jahre ist es, das Bewusstsein für die gemeinsame Geschichte im Fürsterzbistum Salzburg zu stärken und die Veränderungen seit der Zugehörigkeit zu Österreich bzw. Bayern sichtbar zu machen.

Bei den derzeit geltenden Regeln zur Eindämmung des Corona-Infektionsrisikos kann allerdings die interaktiv konzipierte Ausstellung, die stark auf Mitwirkung und Beteiligung der Besucher setzt, in dieser Saison nicht mehr verwirklicht werden. Die Reihe der ursprünglich als Rahmenprogramm zur Ausstellung gedachten Abendveranstaltungen aber, bei denen Mundartliteratur in allen Formen präsentiert wird, findet von Ende August bis Anfang Oktober immer wochenends um 19 Uhr in der Burg Tittmoning statt.

Die Themenfelder und Formen der Auseinandersetzung mit dem heimischen Sprachgebrauch sind dabei überaus vielfältig. Da wird in Mundart von früheren Hochzeitsbräuchen erzählt und über die Arbeit der Zimmerer (4. und 5. September), heimische Theatergruppen führen einen deftigen Mundart-Streit auf und diskutieren über die Kunst der Beleidigung (11. und 12. September), Schreibwerkstätten für Schulkinder und Erwachsene münden in einen Poetry- und einen Prosa-Slam (19. und 26. September), deren Sieger sich in einer Lesung am 27. September präsentieren, und zum Abschluss gibt es voraussichtlich noch zwei Dichterlesungen mit Musik, die Mundartliteratur von „drent und herent“, aus Salzburg und Bayern vorstellen (2./3. Oktober).

Den Auftakt aber macht am 28. und 29. August ein Abend mit dem zungenbrecherischen Titel „Drawizlbabuzi“. Eigentlich als Tittmonings Beitrag zu den diesjährigen Chiemgauer Kulturtagen geplant, die im Frühjahr ebenfalls dem Virus zum Opfer fielen, verspricht diese parodistische Lesung von Nonsenselyrik und Kindergspassettln mit Hausmusik von dem bewährten Duo Josef Wittmann und Josef Irgmaier beste Unterhaltung und einen originellen Auftakt der Veranstaltungsreihe.

 

Alle Veranstaltungen finden unter Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften statt. Bei guter Witterung wird die Bühne im Burghof genutzt, bei Regen das Audienzzimmer, in dem auch die Schreibwerkstätten geplant sind. Die Eintrittspreise betragen 15 € (erm. 12 €) für die Eröffnungsveranstaltung und die Dichterlesungen im Oktober, 5 € für die anderen Abende. Für die Workshops wird ein Unkostenbeitrag von 10 € erhoben.

Anmeldung bzw. Reservierungen und nähere Infos gibt es bei der

Tourist Info Tittmoning, www.tittmoning.de und 08683 – 700710.