Neue Familienausstellung auf der Burg Hohenwerfen widmet sich der Hexerei im Wandel der Zeit

„Mythos Jackl – Zauberer und Hexen in Salzburg“ beschäftigt sich mit den magischen Künsten im Laufe der Jahrhunderte und beleuchtet ein düsteres Kapitel der Salzburger Geschichte. Große Sommer-Familienaktion bringt kostenlosen Eintritt für alle Kinder auf den Salzburger Burgen.

Fotos © Constantin Film Verleih GmbH / Bernd Schuller
Fotos © Constantin Film Verleih GmbH / Bernd Schuller
Fotos © Constantin Film Verleih GmbH / Bernd Schuller

Auf der Burg Hohenwerfen wurde heute die neue Sonderausstellung mit dem Titel „Mythos Jackl – Zauberer und Hexen in Salzburg“ eröffnet. Der Ort könnte nicht besser gewählt sein, schließlich stammte der als Zauberer Jackl berühmt gewordene Jakob Koller aus der unmittelbaren Umgebung von Werfen.

Neue Ausstellung bietet Geschichte zum Angreifen
Auf insgesamt vier Ebenen des historischen Zeughauses tauchen Besucher ab sofort in die Welt der Hexen und Zauberer ein, von den märchenhaften Gestalten aus Büchern und Filmen, über historische Hexen und Heilerinnen, bis zu den heute existierenden Kulten in aller Welt. Dabei bietet die Ausstellung an vielen Stellen Möglichkeiten zur Interaktion. So können Kinder mit einem Hexenbesen über die Burgmauern fliegen und dies auf Video festhalten, oder gemeinsam mit einer Hexe zaubern. Für Erwachsene wurde eine Verhörszene aus dem letzten großen Salzburger Hexenprozess um die „Ramingsteiner Bettlerhochzeit“ in Form einer aufwändigen 3-D-Hologramm-Projektion aufbereitet.

Ein dunkles Kapitel der Salzburger Geschichte
Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl zeigte sich bei der heutigen Eröffnung beeindruckt: „Eine wichtige Aufgabe unserer Burgen ist es, den Salzburgerinnen und Salzburgern die Geschichte unseres Landes zu vermitteln. Ich begrüße das Engagement des Teams der Burgen, immer wieder Sonderausstellungen wie diese zu gestalten. Die Ereignisse rund um den Schinderjackl beflügeln die Phantasie der Menschen bis heute. Sie führen aber auch zeitkritisch-mahnend vor Augen, wie schnell Armut, Vorurteile und Ausgrenzung in einer Gesellschaft zu Hass und Gewalt führen können. In der
Ausstellung ist es gelungen, diese beiden Aspekte des Themas zusammenzubringen.“

Zwischen 1675 und 1679 ließen das Salzburger Hofgericht den vermeintlichen Hexer Jakob Koller und seine Gefolgschaft verfolgen. Gegen 198 Personen aller Altersstufen erhob man Anklage, viele gestanden unter der Folter und 138 davon wurden hingerichtet. Die Ausstellung widmet diesen Geschehnissen ein ganzes Stockwerk.

Eine Ausstellung für Kinder und Erwachsene
Dem Geschäftsführer der Salzburger Burgen und Schlösser (SBSB) Max Brunner war es wichtig, im
Rahmen der Ausstellung allen Besuchern ein spannendes Angebot zu machen: „Für Kinder gibt es
zahlreiche Stationen, die für Staunen und Gruseln sorgen. Für Erwachsene sind die historischen
Geschehnisse sehr anschaulich und eingängig aufbereitet. Ich denke, wir haben mit der Ausstellung eine
sehr gute Mischung aus Information und Emotion gefunden, bei der alle Besucher etwas für sich
mitnehmen können“, so Brunner.

„Der Glaube an Hexerei ist auch heute noch weit verbreitet“
Kuratiert wurde die Sonderausstellung vom Salzburger Rechtshistoriker und Universitätsprofessor Gerhard Ammerer. Er achtete besonders darauf, die altersgerechte Darstellung mit historischer Genauigkeit zu verbinden: „Ausgehend von dem blutigsten Hexenprozess auf dem Gebiet des heutigen Österreich gibt die Ausstellung auf der Burg Hohenwerfen einen Einblick in eine Epoche der Geschichte, in der die Existenz von Hexen und Zauberern von kaum jemandem angezweifelt wurde und der Glaube an magische Praktiken im Alltagsleben fest verankert war“, so Ammerer, der zugleich betont, dass Kulte und magische Rituale in vielen Gegenden der Welt auch heute noch weit verbreitet sind.

Die Konzeption und das Design der Ausstellung stammt von der Salzburger Agentur COCO Communication, die ein besonderes Augenmerk auf die Verbindung zwischen museumspädagogischer Darstellung und Unterhaltung gelegt hat.

Die Sonderausstellung im Zeughaus wird auf der Burg Hohenwerfen fünf Jahre zu sehen sein. Der Ausstellungsbesuch ist im Eintrittspreis enthalten. 2020 hat die Burg Hohenwerfen bis 8. November geöffnet.

Neu – Kostenloser Eintritt auf Salzburgs Burgen für alle Kinder: Von 1. Juli bis 30. September genießen alle Kinder kostenlosen Eintritt auf der Burg Hohenwerfen, der Festung Hohensalzburg und der Burg Mauterndorf.

Info: www.salzburg-burgen.at/angebote